Der erste Brautag

Tag 0. Mein erster Brautag, dokumentiert in einigen Bildern…

Filter installiert, Malzrohr zusammengesteckt, 18,3 l Wasser eingefüllt, und aufheizen auf 57 °C Einmaischtemperatur.
Derweil ein kleines Frühstück. Die Temperatur im Blick. Kurzfristig stelle ich fest, dass ich wohl noch nicht hinreichend verstanden habe, wie Grainfather-Wasserformeln am besten im Kleinen Brauhelfer realisiert werden können.
Die Daten sind fix als “Quick Profile” in die Grainfather App übertragen.
Und los. Hier passiert noch nichts Spannendes, das Wasser ist ja bereits warm. Ich werde aufgefordert einzumaischen…
500 g Carahell. Später in mehreren Schüben 5 kg Wiener Malz.
So sieht die Maischepampe aus. Mit dem Paddel gefühlvoll rühren, schwenken und tasten, um Klumpen zu finden und zerkleinern. Das dient der Sudhausausbeute.
Der obere Siebdeckel wird bis zur Maische eingesetzt. Der Mehlstaub lässt ihn mit seiner Gummidichtung besser am Innenrand des Malzrohres heruntergleiten.
Während des Maischens.
Durch das Loch im Deckel sieht man das Thermometer, das ich mal zum Vergleich angebracht habe. Es zeigt 63,4 °C, während der Grainfather ebenfalls 63 °C anzeigt.
In diesen zwei Töpfen lassen sich bis zu 17 l Nachguss aufheizen. Die gewünschten 75 °C können auf dem Kochfeld während des Maischens sehr gut eingestellt und gehalten werden.
Erinnerung ans Erhitzen des Nachguss.
Die iOS App erzeugt auch Mitteilungen, wenn sie nicht im Vordergrund ist.
Jetzt kommt der Nachguss. Der Controller hilft beim Zählen der Liter.
Das Malzrohr in der Läuterstellung. Die Heizung bringt die Würze bereits wieder auf ca. 95 °C, um anschließend schneller die Kochtemperatur zu erreichen.
Der obere Deckel wird auf den abgesetzten Treber herabgeschoben. Darüber soll man während des Nachguss immer 1-2 cm Würze bzw. Wasser stehen haben, solange der Nachguss noch läuft.
Nachgusswasser aus den vorbereiteten Töpfen. 75 °C.
Erste Hopfengabe abwiegen.
Vorderwürze messen. Beim Messen per Spindel kommt es auf die Temperatur an. Möglichst bei 20 °C.
14,5 °Plato. Das wird stärker als angepeilt.
Würzemenge nach dem Kochen: 21 Liter.
Whirlpool.
Der Kühler wird erst einmal ohne Kaltwasser und mit Rücklauf in den Kessel betrieben. So wird die Würzeleitung noch einmal desinfiziert.
Jetzt wird mit laufendem Kaltwasser die Würze abgekühlt und in den Gäreimer gepumpt.
Probe zur Stammwürzebestimmung.
16 °P. Deutliche mehr als die angepeilten 13 °P. Ich werde trotzdem auf eine Verdünnung mit Wasser verzichten. Der Kühler hat übrigens ganze Arbeit geleistet und die Würze sogar auf 19 °C gebracht.
Ich will kalthopfen und weiß noch gar nicht, wie das geht. Ich hab da so einen Beutel. Den koche ich lieber mal ab, bevor er in die zimmerwarme empfindliche Würze kommt. Danach kommt der Rest der 100 g Cascade Hopfen in das Säckchen und das Säckchen in den Gäreimer.
Ich hab meine Arbeit (größtenteils) getan. Jetzt ist die Hefe dran.
Deckel zu. An einen auf rund 20 °C temperierten Platz. Und dann Geduld haben… (Und jetzt natürlich alles schön reinigen und aufräumen, die Bilder sparen wir uns.)
Rechts Treber. 250g davon, 500g Mehl, ein Stück Hefe in 300ml Bier und Salz ergeben den Teig für ein Treberbrot. Mal sehen, ob’s klappt…
Und nun gönne ich mir zur Feier des Tages mein erstes Trappistenbier.

Fazit des Tages: Ich bin bis hierher sehr zufrieden. Die meisten Schritte haben weitgehend so funktioniert, wie ich mir das vorher anhand der Theorie und verschiedener Literatur, Podcasts, Forumsbeiträge und Videos vorgestellt hatte. “Kleinere” Fragen zur Brauhelfer-Justierung, Kalthopfung, Reinigung, Abmaischung, Jodprobe, etc. gibt es für mich ganz sicher noch zahlreich, aber ohne sie wäre es ja auch nur halb so spannend.

Ach ja, das Brot:

Mein erstes Treberbrot. Nach dem Probieren, weiß ich, ob es auch das Letzte ist.

6 Antworten auf „Der erste Brautag“

    1. Die Hefe muss in Ruhe ihre Arbeit verrichten. Manche Rezepte geben da feste Zeiten an, sowas wie eine Woche. Doch besser ist es wohl, nach ein paar Tagen anzufangen, alle 1-2 Tage eine Probe zu spindeln. Wenn der Wert sich nicht mehr ändert, ist die Gärung beendet. Das können 4 Tage oder 14 Tage sein. (Aus den Messungen errechnet sich dann übrigens der Alkoholgehalt.) Dann wird abgefüllt und dabei mit Zucker gezielt karbonisiert. Dazu muss ich mir erst noch Flaschen besorgen und reinigen. Das abgefüllte Jungbier muss dann noch ca. zwei Wochen bei Zimmertemperatur nachgären, hier entsteht die Kohlensäure. Dann darf man schonmal eine Flasche testen. Aber schließlich sollte man nochmal mindestens zwei Wochen Geduld haben, während die Flaschen kalt bei 2-4 °C stehend im Kühlschrank lagern.

      tl;dr: In ca. 5 Wochen.

    1. Schon klar. Aber vielleicht geht es anderen Einsteigern so wie mir, die sich fragen, wie dieses “wallende Kochen” der Würze aussieht oder wie die Thermostatsteuerung des Grainfather arbeitet. (Was mich nervt: Warum wurden die waagerecht aufgenommenen Videos im Hochformat exportiert? :-/ Mal schauen, ob ich die Filmchen noch gedreht bekomme.)

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