Erste Gedanken zum Brewtools-Setup

Vor zwei Tagen kam die sehnsüchtig erwartete Lieferung an. Hier sind meine ersten Eindrücke und Gedanken zum Setup.

Just arrived.
Erstmal die Firmware aktualisieren.

Ich will nicht viele Worte über Dinge verlieren, die zur Genüge auf YouTube dokumentiert sind. Ich habe eine Reinigung mit dem mitgelieferten TSP und eine Passivierung mit Citronensäure durchgeführt. Dabei habe ich auch die Teile, die nicht gerade zum minimalen Abdichten und zum Anschluss des Gegenstromkühlers erforderlich waren, in den Kessel gelegt. Deckel und Mash Hat habe ich nur mit einem getränkten Lappen abgewischt bzw. benetzt. Außerdem habe ich die Citronensäure anschließend noch für den Grainfather G30 und den Fermenter genutzt.

Reinigung mit TSP. Anfangs manuell, dann mit Zirkulation durch den Cooler. Alle anderen Teile, die in den Kessen passen, sind im Kessel.
Später dann die Passivierung. Hier auch die Grainfather-Teile.
Passivierung der Kleinteile. Die Temperatur war zumindest anfangs noch bei ca. 50 °C.
Anschließend alles über Nacht lufttrocknen lassen.

Im Anschluss an diese Pflicht begannen die ersten Schritte der Kür: Wie soll mein typisches Setup der vielen per Tri-Clamp verbundenen Komponenten aussehen? Am Anfang, weit vor der Bestellung war ich verwirrt, dann wurde vieles klarer und ich wusste auch früh, dass ich gleich mit dem 4-Ventil-Setup starten möchte, und nun merke ich gerade, dass es durchaus interessante Detailentscheidungen gibt, die keineswegs aus den vielen YouTube Filmen klar werden.

Ausrichtung des Laser Cut Filter

In einigen Filmen habe ich gesehen, wie der Filter einfach irgendwie ins Malzrohr gelegt wird, oder gar bei vollem Kessel inklusive Malzrohr der Filter ins aufspritzende Wasser fallengelassen wird. Wenn man sich den Filter und den Boden des Malzrohrs aber einmal ansieht, erkennt man, dass man durch Drehen des Filters die durchgängige Schlitzfläche etwas größer oder kleiner einstellen kann. Vermutlich ist es geringfügig von Vorteil, den Durchlass etwas zu erhöhen, indem man die radialen Streben beider Teile möglichst in Deckung bringt.

Positionierung des Counterflow Coolers

Ich halte es für hilfreich, den Cooler möglichst exakt waagerecht und zugleich mindestens etwas erhöht und bei stetig zu den Ventilen abfallenden Leitungen zu installieren. Das dürfte den Vorteil haben, dass beim abschließenden Transfer die gesamte Würze bei sehr geringem “Chiller Loss” im Fermenter landet, auch ohne ein Herausdrücken mit Gas. Besonders nachteilig, vielleicht auch aus Hygienegründen, wäre nach meiner Ansicht eine senkrechte Montage an der Wand, wobei die Würze in den Windungen mehrmals auf und ab fließen müsste und sich unweigerlich etwas größere, nicht abfließende Rückstände in den Senken bilden. Natürlich ist eine gründliche Reinigung in jedem Fall Pflicht, aber man muss es der Hygiene ja nicht unnötig schwierig machen.

Position des Sight Glass

Es gibt verschiedene Pläne, die ein einzelnes Sight Glass an verschiedenen Stellen platzieren. Ich halte die Position direkt am linken Ausgang für die sinnvollste, um sowohl beim Zirkulieren mit oder ohne Cooler, als auch beim Transfer in den Fermenter, immer einen Blick auf die Würze zu gewähren.

Dip Tubes

Bis auf Weiteres sehe ich keinen zwingenden Grund, ein zweites Adjustable Dip Tube anzuschaffen. Ich denke, das linke einfache Dip Tube einfach waagerecht auszurichten, ist vollkommen ausreichend. (Vorsicht: Das behauptet hier jemand, der noch kein einziges Mal auf der Anlage gebraut hat! :-)) Rechts will man natürlich ein Adjustable Dip Tube haben.

Gravity Sparging

Eventuell erwäge ich, gar nicht das Sparge Water über den rechten Eingang zuzuführen und über die Pumpe, das Sparge Pipe und den Sparge Manifold auf das Treberbett zu geben. Mein Grainfather Sparge Water Heater befindet sich nämlich unmittelbar oberhalb des Kessels, so dass es eigentlich im wahrsten Wortsinne naheliegend wäre, einfach per Schwerkraft den Nachguss zu geben. Für die Regelung der Flussmenge müsste ich mir etwas überlegen oder aber in Schritten Sparge Water geben. Außerdem könnte ich wohl trotzdem den Sparge Manifold auch in dieser Variante verwenden.

Sparging Manifold etwas anders nutzen?

Außerdem könnte man vielleicht den einfach Filterboden, der nicht mehr benötigt wird, auf das Treberbett legen, um das auftreffende Wasser etwas besser zu dämpfen und zu verteilen, um es gleichmäßiger durch das Treberbett sickern zu lassen.

Rechts kein 3-Wege-Ventil

Wenn sich das direkte Sparging bewähren sollte, könnte ich mich fragen, wie sinnvoll es übnerhaupt noch ist, rechts ein 3-Way-Valve zu installieren. Es würde nur noch dem anfänglichen Befüllen des Kessels dienen. Das kann man auch ganz einfach direkt mit einem Schlauch oben in den Kessel erledigen, oder auch über einen Gardena-Adapter auf der linken Seite.

Vielleicht ganz ohne 3-Wege-Ventil an dieser Stelle?

Vielleicht könnte ich auch das 3-Wege-Ventil zusätzlich links einbauen, um nicht einen Fementer-und-Abwasser-Ausgang sondern zwei separate Ausgänge zu realisieren.

Anordnung der Ventile links

Es gibt hier – betrachtet in der Abfolge vom unteren Ausgang zum oberen Eingang – verschiedene Möglichkeiten. Insbesondere erscheint es mir sinnvoll, erst den Abzweig zum Cooler-Eingang und dann den Abzweig zum Transfer in den Fermenter bzw. zum Abfluss im Falle der Reinigung einzubauen. Darauf folgt der Abzweig des Rückwegs vom Cooler, bevor es in den oberen Kesseleingang geht. Der Vorteil: Der Transfer in den Fermenter ist so sowohl direkt als auch mit einer letzten Runde durch den Cooler möglich.

Die kurze Verbindung, die hier manche YouTuber mit einer Kette von Bogenrohren realisieren, werde ich lieber einfach mit einem Schlauch aufbauen. Die Teile sind ja einfach schon da, eine Bestellung von zwei oder drei Rohren nebst Tri-Clamps kann man sich gut sparen. Die hygienisch anfälligeren Schläuche haben wir ja ohnehin auch an anderen Stellen in Benutzung, so dass dieses eine kürzeste Stück in dieser Hinsicht nicht wirklich eine Rolle spielt.

Noch nicht zu Ende gedacht. An die beiden nach oben zeigenden Tüllen kommen die Schläuche zum Cooler.

Außerdem achte ich auch hier gerne auf ein leichtes Gefälle in Richtung des Ausgangs zum Fermenter, um keine Würze zu verschwenden und vor allem um beim Reinigen möglichst umfänglich Schmodder und Abwasser zum Abfluss zu schicken.

Ein komplexes Paket von Edelstahl sollte man hier vermutlich etwas abstützen, um die angeschweißten Kesselausgänge nicht unnötig zu belasten.

Cooler Durchflussrichtung

Wenn ich den Warmabwasserschlauch am Cooler während des Brautags angeschlossen lassen sollte, aber den Eingang mit Gardena-Anschluss anschließe und abnehme, weil ich den Wasserschlauch auch an anderen Stellen benötige, dann wäre es vorteilhaft, auslaufendes Wasser zu vermeiden, indem der Kühlwassereingang oben an der waagerecht liegenden Spirale ist. Dementsprechend wäre oben der Würzeausgang und unten der Würzeeingang. Für den gravitationsbasierten Transfer der letzten Tropfen in den Fermenter dürfte diese Frage bei der erwähnten Ausrichtung der Ventile unerheblich sein.

Position des Cooler Temp Sensors

Man könnte diesen Sensor am linken Kesseleingang positionieren. Doch um beim Transfer in den Fermenter durch den Cooler noch einen letzten Temperaturwert ermitteln zu können, werde ich ihn lieber im Zweig des Cooler-Ausgangs einbauen.

Zusätzliche Bogenstücke

In meinem Aufbau wird es wohl sinnvoll sein, die beiden Würzeanschlüsse des Coolers mit 90°-Bogenstücken zu versehen, um die Schläuche deutlich direkter zu positionieren. Das ist natürlich eine sehr individuelle Überlegung. Auch rechts würde im Fall ohne 3-Wege-Ventil ein Bogenstück sinnvoll sein, um eine schmalere Konstruktion zu ermöglichen.

Es ist gut möglich, dass dieser Artikel noch mehrfach verändert wird. Bis jetzt sind das alles Überlegungen ohne ein einziges Mal auf der Anlage gebraut zu haben. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.